Behandlungsfelder / Methoden

Wie wird ergotherapeutische Behandlung verordnet?

  • Der behandelnde Arzt ( z.B. Kinderarzt, Hausarzt, Neurologe, Psychiater, Orthopäde ) stellt aufgrund einer vorliegenden Diagnose eine Verordnung aus.
  • Bei Kindern und Jugendlichen bis zu dem 18. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die anfallenden Kosten. Bei den Erwachsenen ist eine Selbstbeteiligung von 10% erforderlich. 

Wie sieht eine ergotherapeutische Behandlung aus?

1. Diagnostik:

Um die vorrangigen Ziele der Behandlung und ihre Teilschritte eingrenzen zu können, steht zu Beginn der Behandlung die Befundung/ Diagnostik, aus der sich die Behandlungsziele ergeben. In Absprache mit dem Patienten bzw. den Angehörigen entwickeln die Ergotherapeuten hieraus einen Behandlungsplan, dessen Mittelpunkt die individuellen Ziele des Patienten bilden.

2. Therapie:

Die Behandlung findet je nach Dringlichkeit in Absprache 1 bis 5 mal pro Woche statt. Es werden in den einzelnen Behandlungseinheiten spezifische Übungen erarbeitet, Gespräche über den Verlauf geführt und häufig Anleitungen gegeben, manchmal auch die ergotherapeutischen Inhalte selbstständig zu Hause fortzusetzen, um sie so besser zu verinnerlichen. 

Was sind die Ziele in der ergotherapeutischen Behandlung?

Bei der Behandlung stehen je nach Krankheitsbild die Entwicklung, Verbesserung, Wiederherstellung oder der Erhalt folgender Funktionen und Fähigkeiten im Vordergrund:

  • die Selbstständigkeit in der Selbstversorgung und Altersbewältigung auch unter Einbeziehung technischer Hilfen
  • die körperliche Beweglichkeit und manuelle Geschicklichkeit
  • die Umsetzung und Integration von Sinneswahrnehmung sowie Körperwahrnehmung und Körperschema 
  • das Erlernen von Gelenkschutzmaßnahmen und Kompensationsmechanismen 
  • die Belastungsfähigkeit und Ausdauer 
  • das situationsgerechte Verhalten zwischenmenschlicher Beziehungen sowie sozio-emotionale Kompetenzen und Interaktionsfähigkeit 
  • die neuropsychologischen und kognitiven Funktionen sowie Fähigkeiten
  • die Grundarbeitsfähigkeit

Wie verläuft die Behandlung in der Ergotherapie?

Je nach vorliegender Funktions- und Fähigkeitsstörung werden folgende ergotherapeutische Maßnahmen mit entsprechender Behandlungsdauer im Rahmen einer Einzelbehandlung durchgeführt.

  • ergotherapeutische motorisch- funktionelle Behandlung
  • ergotherapeutische sensomotorisch- perzeptive Behandlung ( z.B. nach Perfetti ) 
  • ergotherapeutische psychisch- funktionelle Behandlung 
  • Hirnleistungstraining 

zusätzlich können folgende ergänzende Maßnahmen zum Einsatz kommen: 

  • thermische Anwendungen
  • ergotherapeutische temporäre Schienen 
  • Beratung zur Umfeldanpassung 
  • Hausbesuche
  • Hausbesuche in Altenheimen
  • Hausbesuche in Heilpädagogischen Kindergärten

Der deutliche Bezug zum Alltag ( der Patient lebt in seinem gewohnten Umfeld ) und die intensive Angehörigenarbeit setzten in der ambulanten Therapie besondere Schwerpunkte. 
Oft können Krankenhaus- oder Heimaufenthalte vermieden, herausgezögert oder zumindest die Therapieziele nach dem stationären Aufenthalt gefestigt werden.